Die Sache mit dem Webstuhl

Vorwort: 

Was hat ein Webstuhl mit Primus Line zu tun? Ganz einfach: Die flexible mittlere Schicht des Primus Liners wird auf einem riesigen Rundwebstuhl aus Aramidfasern gewebt. Die Expertise für die Entwicklung dieser Produktionsanlage erwarb das Unternehmen Primus Line durch die Übernahme des Rundwebstuhlherstellers Müller und bei der Weiterentwicklung dieser Technologie. Mehr darüber verrät Paul Piller, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung.

„Zwei Aspekte führten zur Idee „Primus Line“: Durch die Nähe zur Gasbranche (eine heutige Schwesterfirma der Rädlinger primus line GmbH stellte Gas-Druckregelanlagen her) kannte die Verantwortlichen bei Rädlinger erstens die Herausforderungen, vor der diese in Sachen Leitungssanierung stand. Und zweitens setzte das Unternehmen nach dem Kauf der Chamer Firma Müller die Herstellung von Webstühlen fort und entwickelte diese weiter.

Als Josef Rädlinger sen. 1987 den Maschinenbaubetrieb von Hans Müller übernahm, erwarb das Unternehmen damit auch die Rechte zum Vertrieb des „Müller Rundwebstuhls“, damals ein absoluter Verkaufsschlager, der in die ganze Welt exportiert wurde.

Gemeinsam mit den übernommenen Mitarbeitern entwickelte Rädlinger diesen Webstuhl technisch weiter. Im Grunde entstand dabei eine ganz neue Generation Rundwebstuhl und die Unternehmensleitung entschied sich zur Anmeldung eines Patents. Aber im Entwicklungsprozess der Webmaschine gab es auch Niederlagen, die gemeinsam mit den aus den Prototypen gesammelten Erfahrungen zu einer leistungsfähigen Maschine führten, die einen Schlauch mit perfektem Design fertigte.

Man erkannte, in der Technik steckte enormes Potenzial und begab sich auf die Suche nach einem neuen Markt oder einem neuen Einsatzgebiet. Die Idee „Primus Line“ wurde geboren.

So wurde aus der kleinen Maschine für Feuerwehrschläuche eine hochtechnologische Produktionsanlage für einen Liner zur grabenlosen Rohrsanierung, die sich über mehrere Stockwerke erstreckt. Ein riesiger Rundwebstuhl, der sich die Fäden aus bis zu 1200 Spulen zieht und der für eine optimale Produktqualität absolut fehler- und unterbrechungsfrei laufen muss.

Den Rädlinger Rundwebstuhl vertreibt die Rädlinger primus line GmbH bis heute und die Technik wird ständig weiterentwickelt. Auch wenn der Absatz durch die günstigere Produktion von Schlauchwaren in Fernost und größerer Konkurrenz im Vergleich zu früher gering ist.

Denn die Symbiose aus dem kleinen Rundwebstuhl und dem großen für die Primus Line Produktion ist bis heute nützlich. Neuerungen lassen sich an der kleinen Anlage im ersten Schritt einfach testen, gewonnene Erkenntnisse aus dem jeweiligen Betrieb gegenseitig nutzen."

 

Über Hans Müller:

Hans Müller war als Tüftler und Unternehmerpersönlichkeit in Cham bekannt. Als Schlossermeister kam er 1922 aus dem Ruhrgebiet nach Cham und arbeitete bei einer Spulen- und Perlfabrik. Nach seiner Heirat führte er bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs den Steinbruchbetrieb seiner Gattin fort. Aber bereits in den 1920er Jahren begann Müller, die Produktionsanlagen dafür selbst herzustellen. Daraus entstand seine eigene Maschinenbaufirma, in die er seine technischen Ideen einbrachte und mit der er neue Maschinen mit internationaler Anerkennung und Absatz entwickelte. Darunter auch der Rundwebstuhl, u. a. zur Herstellung von Feuerwehrschläuchen.

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