
Johannes Hötzl
im Interview
Johannes Hötzl
| Head of Operations |
| Windischbergerdorf |
| 2006 |

Wann und wie bist du zu Rädlinger Primus Line gekommen? Was hat dich damals überzeugt, Teil des Unternehmens zu werden – und was hält dich bis heute hier?
Im September 2005 bin ich über eine Stellenanzeige im Straubinger Tagblatt auf Rädlinger (Maschinenbau) aufmerksam geworden. Gesucht wurde ein Assistent der Geschäftsführung für Werner Rädlinger und Helmut Marchl.
Als Niederbayer aus dem Landkreis Straubing-Bogen war ich bis dahin gefühlt noch nie in Cham gewesen. Umso spannender war der erste Besuch. Das Vorstellungsgespräch mit Helmut Marchl war von Anfang an sehr offen und sympathisch. Vor allem die Vielseitigkeit der Aufgabe und die Möglichkeit, eng mit der Geschäftsführung zusammenzuarbeiten, haben mich überzeugt. Und so startete ich am 16. Januar 2006 bei Rädlinger.
Zugegeben: Das Gehalt war damals alles andere als üppig ;-). Aber ich war jung, neugierig und wollte die Chance nutzen, Verantwortung zu übernehmen und mich weiterzuentwickeln. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung.
Ab 2007 wurde ich dann von Werner und Helmut aus dem Maschinenbau zu Rädlinger Primus Line beordert. Durch einen Personalabgang war im kaufmännischen und operativen Bereich der jungen Firma eine Lücke entstanden. Ich erinnere mich noch gut an Werners Worte: „Das machst jetzt du.“ Viel Raum für Diskussion gab es da nicht – aber genau das passte auch irgendwie zur damaligen Zeit. Entscheidungen wurden schnell getroffen, Verantwortung wurde übertragen und man musste einfach anpacken.
Für mich bedeutete das den Beginn eines neuen Abschnitts – mit deutlich mehr Verantwortung und einem noch breiteren Aufgabenfeld.
An welche Momente oder Projekte erinnerst du dich besonders gerne zurück?
Es gibt einige Projekte und Meilensteine, an die ich mich besonders gerne erinnere.
Ein Highlight war die Einführung der elektronischen Zeiterfassung für die Fertigung im Maschinenbau und bei Primus Line – gemeinsam mit meinem Kollegen Martin Baudrexl. Das war ein spannendes Projekt, bei dem wir viele Abläufe modernisieren und nachhaltig verbessern konnten.
Ein weiterer prägender Abschnitt war der Neubau unserer Primus Line Produktion in Weiding in den Jahren 2008/2009. Es war beeindruckend, den Aufbau eines neuen Produktionsstandorts von Beginn an mitzuerleben.
Besonders spannend war auch das In-Field-Liner-Entwicklungsprojekt in Malaysia, das 2011 startete. Die internationale Zusammenarbeit und die technischen Herausforderungen haben dieses Projekt zu einer außergewöhnlichen Erfahrung gemacht.
Nicht zuletzt erinnere ich mich an die Umstrukturierung im Zuge der Trennung von der Josef Rädlinger Unternehmensgruppe und den damit verbundenen Umzug in unser neues Bürogebäude. Diese Zeit brachte viele Veränderungen mit sich, bot aber gleichzeitig die Chance, Rädlinger Primus Line neu aufzustellen und den Grundstein für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens zu legen.
„Ein (…) prägender Abschnitt war der Neubau unserer Primus Line Produktion in Weiding in den Jahren 2008/2009. Es war beeindruckend, den Aufbau eines neuen Produktionsstandorts von Beginn an mitzuerleben.“
Was hat sich aus deiner Sicht am meisten verändert – fachlich, organisatorisch und/oder menschlich?
Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, hat sich Rädlinger Primus Line in nahezu jeder Hinsicht enorm weiterentwickelt.
Als ich angefangen habe, waren wir – trotz der Zugehörigkeit zur Rädlinger Unternehmensgruppe – im Grunde ein echtes Start-up. Vieles war pragmatisch und wurde mit großem Engagement gelöst. Lieferscheine und Rechnungen wurden noch in Word erstellt, viele Prozesse waren manuell und jeder neue Exportmarkt bedeutete Pionierarbeit. Jedes Land hatte seine eigenen Vorschriften und Anforderungen, die wir uns Schritt für Schritt erarbeiten mussten.
Heute ist Rädlinger Primus Line ein international etabliertes Unternehmen mit Projekten auf allen fünf Kontinenten. Wir realisieren anspruchsvolle Offshore-Projekte in den USA als Generalunternehmer und haben uns weltweit einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Gleichzeitig ist unsere Belegschaft deutlich internationaler und vielfältiger geworden. Diese unterschiedlichen Perspektiven und Kulturen bereichern den Arbeitsalltag und zeigen eindrucksvoll, wie sehr sich das Unternehmen – fachlich, organisatorisch und auch menschlich – weiterentwickelt hat.
Welche Entwicklungen in deinem Fachbereich waren für dich echte Meilensteine?
Echte Meilensteine in meinem Fachbereich waren vor allem die Schritte, mit denen Rädlinger Primus Line internationaler, professioneller und digitaler geworden ist.
Ein wichtiger Punkt war die Gründung unserer Auslandsniederlassungen in Australien, den USA und Kanada. Damit haben wir nicht nur neue Märkte erschlossen, sondern auch organisatorisch eine neue Stufe erreicht. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Export aus Deutschland heraus, sondern um eigene Strukturen, lokale Anforderungen und internationale Zusammenarbeit im täglichen Geschäft.
Ein weiterer großer Meilenstein war die Einführung unseres ERP-Systems. Damit wurden viele Abläufe deutlich transparenter, strukturierter und effizienter. Für meinen Bereich war das ein wichtiger Schritt weg von vielen manuellen Einzellösungen hin zu professionellen, integrierten Prozessen.
Besonders prägend war und ist außerdem die fortschreitende Digitalisierung im internationalen Geschäft.
Welche Kompetenzen oder Werte aus deiner Anfangszeit sind heute immer noch wichtig und warum?
Teamarbeit und Vertrauen, weil gute Zusammenarbeit die Grundlage für Erfolg und ein gutes Arbeitsklima ist.
Offenheit für Neues, weil Veränderungen und neue Herausforderungen zum Arbeitsalltag gehören.
Qualität, weil gute Arbeit langfristig Vertrauen schafft und zum gemeinsamen Erfolg beiträgt.
Du bist inzwischen Experte auf deinem Gebiet. Was bedeutet Erfahrung für dich im Arbeitsalltag?
Erfahrung bedeutet für mich, Herausforderungen besser einschätzen und Lösungen schneller finden zu können. Durch die vielen Jahre im Beruf lernt man, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und mit Wissen sowie Praxis sicher zu handeln. Gleichzeitig bedeutet Erfahrung für mich auch, Wissen weiterzugeben und jüngere Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen.
Wenn du an die zukünftige Entwicklung von Unternehmen und/oder Produkt denkst: Worauf freust du dich besonders?
Auf neue Produkte und eine Erweiterung der Produktion in Chammünster.
Und darauf, Prozesse noch effizienter zu gestalten und gemeinsam neue Lösungen für Kunden zu entwickeln.
Und zum Schluss: Welchen Wunsch oder Gruß möchtest du dem Unternehmen zum 25. Firmenjubiläum mit auf den Weg geben?
Möge der starke Zusammenhalt im Team erhalten bleiben und das Unternehmen auch in Zukunft mit Qualität, Innovation und Vertrauen überzeugen.








